Großformatige Luftbildkunst
Jedes Werk beginnt lange vor dem Flug. Nicolas Sylvester Kamp sucht Orte, an denen Mensch und Natur Strukturen hinterlassen, die man vom Boden aus nicht erkennt, und er reist dafür an die entlegensten Ecken der Welt.
Ihn interessiert, wie Menschen Landschaft bewirtschaften: die Salzgärten der Bretagne, die Lithiumbecken im bolivianischen Hochland, die Austernfarmen von Arcachon, die Baumschulen in Deutschland. Bevor er aufbricht, setzt er sich intensiv mit diesen Orten auseinander, mit ihrer Geschichte und mit dem, was dort geschieht. Nur so kann er später mit dem Bild auch die Geschichte erzählen, die darin steckt.
Die Orte findet er durch sorgfältige Recherche, oft weit abseits bekannter Wege. Licht, Jahreszeit und der Rhythmus der Arbeit vor Ort bestimmen, wann er reist, und vieles zeigt sich erst, wenn er dort steht. Aus der Luft wird die Landschaft dann zu einer riesigen Leinwand. Bis ein Ausschnitt so sitzt, dass er zur Abstraktion wird und trotzdem wahr bleibt, braucht es Zeit und Geduld. Jede Linie, jede Kante und jede Farbfläche ist bewusst gesetzt.
Dabei zeigt jedes Werk die Welt so, wie Natur und Mensch sie geformt haben. Nichts wird hinzugefügt oder entfernt, und zu jedem Motiv entstehen Aufnahmen des Ortes, die belegen, dass es ihn genau so gibt. Die Ausarbeitung für das Großformat ist aufwendig, verändert aber nie das Motiv.
So trägt jedes Werk eine Geschichte in sich, vom Ort, von den Menschen und von dem Moment, in dem aus Wirklichkeit ein Bild wurde.